Grüne Tara, Träume und der verschwundene Rinpoche | Green Tara, dreams and the missing Rinpoche
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„Ich kann meine Tränen kaum zurückhalten“ , flüstere ich Phoebe zu. „Warum? Geht es Dir nicht gut?“ „ Doch, ich kann es mir auch nicht erklären, irgend etwas passiert hier gerade mit mir“.
Wir sitzen in einem gemütlichen, typisch tibetischen Holzhaus, welches einen großen Innenhof umschließt. Immer mehr Essen wird serviert, Tsampa, das tibetische Grundnahrungsmittel, bestehend aus Gerstenmehl, Yakbutter und Milchtee, eingelegtes Gemüse, gebratene Bohnen und Pilze, frisch gebackenes Brot.
Im Nachbarzimmer ein goldgerahmtes Foto eines jungen Mönches, unter ihm ein kleiner Altar mit frischem Obst und Kunstblumen.
Ich beginne zu essen und versuche meine immer wieder aufsteigenden Tränen zurückzuhalten.
Uns gegenüber sitzt Ruyuan, eine Buddhistin aus Peking, die wir hierher begleitet haben, neben ihr der Gastgeber Caidan, ein sanft blickender Mann.
Wir sind hier, um den Bau der angrenzenden Schule zu begutachten. Waisenkinder und Kinder aus armen Familien sollen die Möglichkeit bekommen, die in dieser Region berühmte buddhistische Thangka Malerei zu erlernen und so ihre Zukunft zu sichern. Ruyuan hat von ihren buddhistischen Anhängern in Peking Geld gesammelt, der Rohbau ist schon fertig.
Caidan, selbst ein Master der Thangka Malerei, hatte die Schule schon vor einigen Jahren gegründet, unterrichtet wurde jedoch bisher in einem kleinen Wellblechcontainer, zu mehr reichten seine finanziellen Mittel nicht.
Während wir gemütlich sitzen und essen und uns von unserer langen Reise aus Peking hierher in den Westen Chinas erholen, beginnt Caidan seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die uns in Staunen versetzt.
Caidan war Mönch, hier im nahe gelegenen Kloster. Ein Kloster, was wir schon aus unseren vorherigen Reisen in diese Region kennen. Goldene Dächer und beeindruckend große goldene Buddha Figuren strahlen weit in die Landschaft.
Caidan mochte das Leben im Kloster. Doch im Alter von siebzehn Jahren hatte er einen Traum, der alles verändern sollte. Ihm wurde von einem schon verstorbenen buddhistischen Gelehrten befohlen, das Kloster zu verlassen, zurück in die Welt zu gehen, ein Kind zu bekommen.
Caidan war erschrocken, so wollte er doch sein Leben im Kloster nicht verlassen, doch der Traum kehrte immer wieder zurück. Monatelang. Er wurde zu einer großen Belastung für den jungen Mönch, der bald seinen Lehrer um einen Rat bat. Dieser wusste auch keine andere Lösung, als sich dem Traum zu beugen.
Caidan verließ schließlich schweren Herzens das Kloster und kehrte zu seiner Familie zurück. An seiner Stelle wurde nun sein jüngerer Bruder Mönch. In traditionellen tibetischen Familien ist es nach wie vor ein ungeschriebenes Gesetz, dass einer der Söhne der Familie im Kloster die buddhistische Lehre bewahrt und verbreitet.
Bald machte er sich auf die Suche nach einer Frau, der Mutter des Kindes, welches er laut Traum bekommen sollte. Es lag für ihn auf der Hand, eine gute Jugend Freundin zu wählen. Auch sie hatte erfreut von der Rückkehr Caidans erfahren und war bereit ihn zu heiraten.
Bis ein weiterer Traum kam. In ihm sah er das Gesicht einer für ihn unbekannten Frau, nur sie sollte seine Ehefrau und Mutter seines Kindes werden.
Verzweifelt beugte Caidan sich erneut. Mehrere Wochen später sah er sie. Auf der Straße. Das Gesicht war das aus seinem Traum. Zweifellos.
Ungläubig lauschen wir der Geschichte.
Die beiden heirateten, bald wurde sie schwanger. Am Tag der Geburt war laut Caidan den ganzen Tag ein doppelter Regenbogen zu sehen.
Doch Entsetzen machte sich breit. Es war kein Baby, was geboren wurde. Es sah aus wie ein „Fleischball“, ohne Arme und Beine, eine Fehlgeburt also. Sie gruben ein Loch und wollten es beerdigen. Doch in diesem Moment begann die Kreatur zu atmen, sich zu entfalten.
„Ein Fleischball?" ich fragte nach, „wie sah es denn genau aus, atmete es? Gibt es Beweise? Ein Foto vielleicht?“
Caidan antwortete ruhig, aber leicht amüsiert, nein es gäbe kein Foto, zu der Zeit hätten sie hier in dieser Gegend keine Kamera besessen.
Ich blickte zu dem Bild des jungen Mönches. Nun verstand ich. Er war es. Caidan nickte. Ja, dies sei sein Sohn.
Unaufgeregt und mit leiser Stimme erzählte er weiter.
Im Alter von drei Jahren kam der Junge zu ihm und bat den Vater, Besorgungen zu machen. „Heute kommen uns wichtige Leute besuchen! Bitte kaufe etwas Besonderes zum Essen und Trinken ein!“ Der Vater ignorierte irritiert den Wunsch seines Sohnes. Doch wenig später klopfte es und eine buddhistische Delegation traf ein. Der Sohn begrüßte sie wohl gleich mit den Worten: „Warum habt ihr mir nicht das Auto mitgebracht, was ihr mir schenken wolltet?“ Und tatsächlich stellte sich heraus, dass die Besucher in einem Laden vor einem Spielzeugauto standen und es Caidans Sohn als Geschenk kaufen wollten, doch da sie nicht wussten, ob er wirklich derjenige war, den sie so dringend suchten, hatten sie sich dagegen entschieden.
Die hochrangige Delegation war auf der Suche nach der Reinkarnation eines sogenannten lebenden Buddhas, eines Tulku.
Der Verstorbene hatte vor seinem eigenen Tod mitgeteilt, wo und wann die Reinkarnation stattfindet und wie man den Wiederverkörperten finden kann.
Im Tibetischen Buddhismus ist dies eine weitverbreitete Praxis. Das Wort Tulku bedeutet Verkörperung, dies kann eine Wiederverkörperung sein aber auch die Verkörperung einer geistigen Kraft an eine andere Person. Der anderen Person werden Impulse gegeben, so können die Aktivitäten der verstorbenen Person weitergeführt werden.
Meist geben Tulkus vor ihrem Tod diverse Hinweise auf ihre Wiedergeburt.
Es gibt immer wieder Kritik an diesem System, auch von Seiten einiger buddhistischer Gelehrter. So werden Babys und Kleinkinder ausfindig gemacht und auf Throne gesetzt, sie leben nach ihrer Erkennung in dem Kloster Haushalt des verstorbenen Tulku, dessen Energie oder geistige Kraft sie sozusagen besitzen sollen. Allgemein ist ein Tulku, wie es ein buddhistischer Gelehrter in einer Rede erklärte, mitunter auch eine große Einnahmequelle für seine Gemeinschaft und das Kloster. Viele Tibeter sind nach wie vor Bauern und Nomaden, ihre buddhistische Praxis basiert einzig auf Hingabe, meist ohne großes Wissen. Sie würden ihr letztes Geld geben oder auch ihre einzigen Tiere, die sie eigentlich ernähren, verkaufen, um dem Tulku ihre Ehre mit Geldspenden zu erweisen und auf Segnung zu hoffen.
Wie in jedem menschengemachten System so gibt es auch hier politische und finanzielle Interessen.
Der Sohn Caidans jedenfalls wurde an diesem Tag vor vierzehn Jahren von der Delegation anhand mehrerer durchgeführter Tests als Reinkarnation erkannt und zog mit seinem neuen Namen Sanjay Dong Chi Rinpoche in das berühmte Kloster der benachbarten Stadt.
Seine beiden Eltern waren stolz und traurig zugleich.
Rinpoche ist ein tibetischer Ehrentitel, meist führen diesen Titel Tulkus, aber auch Lehrer, die besondere Weisheit in ihrem Leben erlangt haben, können Rinpoche, wörtlich übersetzt, „Kostbarkeit“, genannt werden.
Im Alter von sechzehn Jahren dann beschloss der Rinpoche in ein längeres Retreat zu gehen. Caidan vermutete zu der Zeit, dass auch ein Aspekt für die Entscheidung seines Sohnes war, dass er die Geldgeschenke der armen gläubigen Tibeter bei den täglichen Segnungen nicht mehr guten Gewissens annehmen konnte.
Üblich sind solche Retreats durchaus, meist ein bis drei Jahre lang schließen sich Tulkus und Rinpoches ein, um zu meditieren, ungestört für sich zu sein, zu studieren.
Sanjay Dong Chi Rinpoche jedoch verschwand in der ersten Nacht seines Retreats. Er wurde von den Mönchen, die mit ihm lebten, das Geld verwalteten und für ihn Arbeiten verrichteten in seinem Zimmer eingeschlossen, Fenster und Türen verriegelt, das große Hoftor verschlossen. Am nächsten Morgen jedoch war er nicht mehr in seinem Zimmer. Und er bleibt seit damals verschwunden. Nun schon vierzehn Jahre lang.
Sein Vater erzählt uns, wie sehr er ihn vermisst, das ganze Kloster vermisse ihn, da er der bedeutendste Rinpoche der ganzen Gegend sei. Doch ein, zweimal im Jahr erscheint ihm der Sohn in seinen Träumen, dies hatte sein Sohn ihm zuvor auch angekündigt, der Vater solle sich nicht um ihn sorgen, er würde sich zuweilen in seinen Träumen zeigen.
Wir gehen ins Hotel, essen eine Kleinigkeit und versuchen früh zu schlafen. Am nächsten morgen will uns Caidan zum Sonnenaufgang abholen. Pünktlich um 5 Uhr 45 stehen wir am Eingang unseres Hotels, doch niemand ist zu sehen. Selbst im Sommer ist es hier am frühen Morgen am Fuß des Himalaya noch eisig. Wir überlegen, was wir tun können. Wir haben keine Telefonnummer. Also entschließen wir zurück ins Bett zu gehen.
Ich verfalle sofort in einen leichten Schlaf. Und träume. Und ich bin mir teilweise bewusst, dass ich träume, teilweise scheine ich tief zu schlafen.
Ich befinde mich in einem Raum am Meer. Ich träume von Polizei, und habe Angst vor den Polizisten, hier in den tibetischen Gebieten Chinas kann man sich nicht wirklich frei bewegen. Überall wird mit Kameras überwacht, Polizei ist allgegenwärtig. Dann drehe ich mich in meinem Traum zu einer Wand. An der Wand hängt eine Kohlezeichnung, die Buddha zeigt. Ich schaue ihn mir genauer an, er wird lebendig. Wechselt seine Erscheinung sekündlich. Und beginnt mit mir zu sprechen. Er erzählt mir, dass die Bodhisattva Green Tara gleich zu mir kommen wird. Er würde mir nun kurz zeigen, wie ich vor ihr niederknien kann, da er ja wüsste, dass ich dies noch nie getan hätte. Danach schreibt er noch etwas für mich auf. Allerdings in Spiegelschrift, von rechts nach links. Ich muss mich sehr bemühen, um es zu entziffern. Ich erkenne „Mach weiter!“ auf dem Stück Papier.
Nun drehe ich mich um 180 Grad. Eine lebende Green Tara sitzt vor mir, ich knie vor ihr. Wie es mir gerade von Buddha gezeigt wurde. Sie spricht freundlich zu mir. Doch nach kurzer Zeit kreisen Drohnen mit Kameras um ihren Kopf. Sie ist deutlich genervt von ihnen, steht auf und geht.
Ich wache auf.
Was ein Traum, ich bin ganz verwirrt. Erzähle alles einem gelehrten Mönch. Er versichert mir, wie besonders mein Traum am Morgen sei, dass ich von nun an beschützt sei, von der Bodhisattva. Green Tara stehe für Mitgefühl, Compassion. Sie ist die Schutzpatronin Tibets und symbolisiert das weibliche Prinzip und die göttliche Energie. Dass ich Buddha gesehen habe, erklärt er sich auch damit, dass ich in dem Haus des Tulku war, am Geburtsort eines Buddhas sozusagen. Er attestiert mir eine starke Verbindung zu ihm, Yuanfen wie man in China sagt. Auch hätte für Tibeter das Träumen am Morgen eine besondere Bedeutung. Ich beschließe mir den Tempel der Green Tara am nächsten Tag in Ruhe anzuschauen.
Nur was war die Bedeutung der nervenden Drohne in meinem Traum?
Am Nachmittag treffen wir unseren Bekannten, einen Ngakpa. Ngakpas sind buddhistische, nicht zölibatär lebende Priester. Zur Vorbereitung einer kommenden Zeremonie benötigt er Dinge aus der Stadt. Wir begleiten ihn, ich mache Fotos. Doch plötzlich geht meine Kamera nicht mehr. Ich kann nicht mehr auslösen. Das ist mir noch nie passiert. Ich zücke mein Telefon, versuche wenigstens ein paar Aufnahmen zu machen, doch die Linse ist gesprungen, ich habe auf jedem Bild Lichteinfall.
Ich bleibe gelassener als ich es sonst wäre. Ich weiß, dass ich hier in der Gegend keine Möglichkeit habe, meine Kamera reparieren zu lassen, ich denke mir, es ist eben höhere Gewalt.
Wir entscheiden uns trotzdem noch ein paar Tage hier zu bleiben.
Am nächsten Tag erzähle ich Phoebe, einer Freundin und Autorin, die mich begleitet, dass ich ausgelöst durch meinen Traum, gerne ein kleines Thangka Gemälde an einer Halskette hätte. Wir hatten dies schon vor einiger Zeit gesehen, aber es war zu teuer für uns. Thangka Gemälde sind eigentlich Rollbilder des tantrischen Buddhismus, sie zeigen Buddhas, Bodhisattvas, Wächter und Schutzgottheiten. Sie werden zur Meditation in Tempeln oder Hausaltären aufgehängt. Es gibt sie in verschiedenen Größen und eben auch sehr klein, als Anhänger für Halsketten. Je nach Qualität und Künstler können größere Thangkas leicht zehntausende von Euro wert sein, Künstler malen meist monatelang an einem Bild. Hier im Rongwo-Tal befinden wir uns im Zentrum der sogenannten Rebkong Kunst. Buddhistisch ausgerichtete Kunst, die ihr Zentrum vor allen Dingen in Dörfern um die Stadt Rebkong hat. Die Kunst ist nicht nur auf Thangkas beschränkt, auch Klosterwände, Schnitzereien und Steinmetzarbeiten zählen hinzu.
Unsere Suche nach einem Miniatur Thangka ist heute erfolglos, nirgends finden wir, was wir suchen. Am nächsten Tag sind wir noch einmal mit Caidan verabredet. Er hat uns zum Mittagessen eingeladen. Es gibt vegetarischen Hotpot. Eine tolle Überraschung. Doch bevor wir essen, erzählt er uns von seinem Traum am Morgen.
Ich versuche das Gespräch so gut es geht auf chinesisch zu verfolgen, ich glaube fast alles zu verstehen. Phoebe ruft laut „oh my god!“ und beginnt zu weinen. Nachdem sie sich wieder gefangen hat, übersetzt sie für mich.
Caidan träumte von seinem Sohn, dem verschwundenen Rinpoche. Dieser sitzt in seinem Traum umringt von vielen Tibetern etwas weiter von Caidan entfernt. Er freut sich im Traum sehr, seinen Sohn endlich wiedersehen zu können. Gut und gesund sieht er aus! Dann kommt der Sohn näher, läuft auf ihn zu, verwandelt sich beim Laufen in die Bodhisattva Green Tara und spricht zu ihm. Er fragt nach dem Befinden des Vaters und der Familie und formuliert dann eine Bitte. „Vater, ich habe eine Bitte an Dich, Du hast doch noch zwei Thangka Halsketten auf dem Altar liegen, die Du letztes Jahr gemalt hast. Gleich kommt eine Deutsche und eine Chinesin zu Dir, wenn es Dir irgendwie möglich wäre, bitte gib die Kette mit Shakyamuni Buddha der Deutschen und die Kette mit Fortune God der Chinesin. Caidan hatte im Jahr zuvor insgesamt zehn dieser Miniatur Thangkas hergestellt, eine äußerst diffizile und zeitintensive Arbeit. Von morgens bis nachts malte er mit echtem Gold und den Nackenhaaren aus dem Winterfell seiner Katze Buddha, Bodhisattvas und Schutzgottheiten auf den winzigen goldenen Untergrund.
Der Vater eilt zum Hausaltar und gibt uns die beiden Ketten. Phoebe kann nicht aufhören zu weinen, so geschockt ist sie. Ich bleibe irgendwie ganz ruhig, wundere mich auch nicht. Als wäre ich darauf vorbereitet gewesen. Es gibt wohl keine Grenzen mehr, nichts was hier nicht möglich wäre. So sitzen wir nun mit unseren Ketten am Tisch, essen Hotpot und schweigen und schauen uns zwischendurch ungläubig an.
The Dreams
“I think I’m going to cry,” I whisper to Phoebe. “What’s the matter? Aren’t you feeling well?” she asks. “That’s not it. I can’t really explain it—something is happening to me.”
We are sitting in a cozy, typical Tibetan wooden house, built around a large courtyard. Tsampa, the staple of Tibetan cooking made from barley flour, yak butter, and milk tea, is served along with pickled vegetables, fried beans and mushrooms, freshly baked bread. . . the dishes just keep on coming. In the room next door there is a photograph of a young monk in a golden frame, hanging above a small altar adorned with fresh fruit and artificial flowers.
I start eating and try to hold back my tears.
Ruyuan sits opposite us, with the host, Caidan, a man with gentle eyes, at her side. We are actually here to see how construction of the new school building is progressing. Orphans and children from poor families are to be granted the opportunity to learn how to paint thangkas, the Buddhist paintings that are famous in the region, potentially providing them with a livelihood in future years. Ruyuan has collected money from her Buddhist followers in Beijing, and the shell of the building is already completed.
Caidan, a master of thangka painting, founded the school a few years ago, but until now, due to a lack of funds for better facilities, classes have been taught in a small, corrugated iron container. As we settle down to eat, recovering from our long journey to Western China from Beijing, he begins to tell his incredible story.
Caidan was a monk in a monastery not far from here. We know the place from our previous journeys through the region, when we saw the golden rooftops and impressively tall golden Buddha statues glistening in the landscape. He enjoyed life in the monastery as a young monk, but at the age of seventeen he had a dream that would change everything. A Buddhist scholar he had known before he died appeared to him while he slept. The scholar ordered him to leave the monastery, return to the world, and have a child.
Caidan was shocked. He did not want to give up his life in the monastery, but the voice spoke to him again and again over the next few months, weighing heavily on the young monk’s shoulders. He turned to his teacher for advice, who recommended that Caidan respect the order given to him in the dream.
With a heavy heart, Caidan left the monastery and returned to his family. His younger brother became a monk and took his place, following the unwritten rule in traditional Tibetan families that one of the sons should continue to follow and disseminate Buddhist teachings in the monastery.
Caidan started looking for a wife, the future mother of the child foretold in his dream. The most obvious candidate was a good friend from his childhood. She had heard that Caidan was back home, and she was happy at the prospect of marrying him.
Then the next dream came along. This one revealed the face of a woman Caidan had never seen before: this woman was destined to be his wife, the mother of his child.
Exasperated, Caidan accepted his fate. Just a few weeks later he saw her standing in the street. There was no question about it: this was the face from his dream.
As we listen to his story in amazement, strange vibrations course through my entire body: first tears and then vibrations. I decide to go with the flow and simply continue listening.
Caidan’s new wife soon declared that she was pregnant. A double rainbow appeared in the sky on the day their child was born.
To their horror, it was no ordinary baby. It looked like a “meatball” with no arms or legs—apparently a miscarriage. The couple dug a hole and prepared to bury it. At this moment, however, the creature started to breathe, to evolve.
“Meatball?” I ask. “What exactly did it look like? Was it really breathing? Is there any proof? A photograph perhaps?” There are limits to the suspension of disbelief, after all.
Caidan replied serenely, if slightly amused. No, there were no photos. Nobody around here had a camera back then.
I look at the picture of the young monk on the wall, and now it dawns on me. Caidan nods. The young monk is his son.
He calmly continues the story, speaking softly.
At the age of three, the boy came to his father and demanded that he go shopping. “Important people will visit us today! Please buy something special to eat and drink!” The father ignored his son’s wishes. Before long, however, a knock at the door announced the arrival of a Buddhist delegation. The son greeted them with the words: “Why didn’t you bring the car you wanted to give to me as a present?” And it transpired that the visitors really had seen a toy car in a shop and considered buying it for Caidan’s son. As they were not certain that he was really the one they were looking for, they had ultimately decided against it.
The high-ranking delegation was searching for a reincarnate, a so-called living Buddha, a tulku. A Buddha who had died recently had stated where and when reincarnation would take place and how to find the new custodian.
This is common practice in Tibetan Buddhism. Tulku can mean both incarnation in physical form or the emanation of spiritual power transferred from one person to another. The latter is empowered to continue the work of the one who has passed away. Most tulkus leave indications about where to look for their rebirth.
This system has its critics, including some Buddhist teachers. Babies and young children who are identified as possessing the energy or spiritual power of a deceased tulku, are then taken from their families to live in the monastery in his place. As one Buddhist teacher pointed out, a tulku can be a significant source of income for his monastery and community. Many Tibetans are peasants and nomads, and their Buddhist practice is based solely on their own commitment and dedication, without any great training. They would empty their pockets or even sell the very animals that are their means of subsistence to honor a tulku with monetary gifts, hoping for his blessing.
As is the case with most man-made systems, political and financial interests can lead to abuses of power.
A fortnight earlier, the delegation had carried out a series of tests and recognized Caidan’s son as a reincarnation. Under the new name of Sanjay Dong Chi Rinpoche, the boy was taken to the prominent monastery in the neighboring town. His parents were proud and sad in equal measure.
Rinpoche, meaning “the precious one,” is a noble Tibetan title usually granted to tulkus but also given to teachers who have attained a special level of wisdom in their life. At the age of sixteen, the Rinpoche decided to enter a longer retreat. Caidan guessed that one reason for his son’s decision was the fact that he no longer felt comfortable seeing poor Tibetans part with their money every day for blessings. Retreats of this nature can last for anything from one to three years as tulkus and Rinpoches take the time to meditate in peace, focusing on their studies and the accumulation of knowledge to obtain new insights.
On the first night of his retreat, Sanjay Dong Chi Rinpoche disappeared. He had been locked in his room by the monks who lived with him and managed the finances. Although the windows and doors had been secured, and the monks who worked for him had closed up the vast gate to the yard, the Rinpoche was not in his room the next morning. He has not been found to this day—missing for the past fourteen years.
His father tells us how much he misses him, as does the entire monastery. He was the most important Rinpoche in the whole region. But once or twice a year, Caidan’s son appears to him when he is sleeping, as he said he would. He tells his father not to worry about him, promising to visit him from time to time in his dreams.
We go back to the hotel, have a quick bite to eat, and aim for an early night. Caidan wants to pick us up at dawn, and I plan to take photographs from the roof of the new school building. At exactly a quarter to six, we stand shivering at the hotel entrance, but there is no one to be seen. Even in summertime the mornings are as cold as ice at the foot of the Himalayas. We don’t have his telephone number. There is no chance of getting a taxi at this hour of the morning, so we decide to go back to bed.
I immediately fall into a light sleep. I am aware that I am dreaming, so perhaps I’m in a deeper sleep after all.
I find myself in a room in the sea. I dream of the police. I am afraid of them. Here in the Tibetan region of China, it is difficult to move around freely. The police are omnipresent, and surveillance cameras are everywhere. I see a charcoal drawing of Buddha on a wall. When I look more closely, he comes to life. His form changes from one second to the next and announces that the Bodhisattva Green Tara will soon come to me. He wants to show me how to kneel down before her, as I have no experience of such matters. Then he writes me a note—the words are in mirror writing, but I manage to decipher “Keep going!” on the piece of paper. I make a 180-degree turn and see Green Tara sitting in front of me. I kneel before her, just as Buddha taught me. Her voice is friendly when she speaks to me. Camera drones circle above our heads, and she is visibly irritated by them. She stands up and leaves.
I wake up.
The dream has left me utterly confused. I tell the story to Phoebe and then to a friend of ours, a learned monk. He assures me that a morning dream like this is very special and from now on I am under the protection of the Bodhisattva. Green Tara represents mercy and compassion. She is the patron saint of Tibet, symbolizing the female principle and divine energy. The monk explains to me that seeing Buddha relates to the fact that I was in the house of the tulku, the birthplace of a Buddha, in other words. I am strongly connected to him, he attests. This is yuanfen. Morning dreams are particularly significant for Tibetans as well, he adds. I’m not so well versed in the countless Buddhas and Bodhisattvas, what they look like or what they mean, so I resolve to visit the temple of Green Tara the next day to get to know her better.
Meanwhile, I’m still wondering what those annoying drones were doing in my dream.
In the afternoon we meet a friend of ours who is a ngakpa, a non-monastic Buddhist priest. Our friend is in town to pick up various things he needs for a forthcoming ceremony. We go with him, and I take photographs. All of a sudden, my camera gives up the ghost; the shutter seems to be jammed. This has never happened to me before. I take a few pictures with my phone so at least I have something, until I realize that its lens is cracked—and the images are overexposed.
I stay calmer than I might under other circumstances, but it’s just the way it is. I know there’s no chance of getting my camera repaired around here.
We decide to stay on for a few more days nevertheless.
The following day I tell Phoebe that my dream has inspired me to get a small thangka painting on a necklace. We had seen one a while ago, but it was rather expensive. Thangka paintings are actually scrolls from Tantric Buddhism, depicting Buddhas, bodhisattvas, guardians, and tutelary deities. They are associated with meditation and hang in temples or above family altars. They come in all sizes: some are small enough to be affixed to necklaces. The bigger thangkas can be worth thousands of euros, depending on the artist. A painter can spend months working on one such picture. Here in the Rongwo Valley, we are in the heart of what is known as the Rebkong School, Buddhist art primarily found in the villages surrounding the town of Rebkong. This extends beyond thangkas to monastery walls, carvings, and stonemasonry.
Today we are unsuccessful in our search for a miniature thangka. We can’t find one anywhere.
Caidan invites us for lunch the following day. Vegetarian hotpot is a lovely surprise, a welcome dose of vitamins after all the fatty food we have been eating lately. Before the meal, he tells us about his morning dream. I do my best to follow the conversation in Chinese, and I think I have understood most of it. Phoebe cries out, “Oh my god!” and starts to cry. Once she has calmed down again, she translates for me.
Caidan had a dream about his son. He was surrounded by many Tibetans, who sat at a distance. He was happy to see his son again in his dream after such a long time, and to see that he looked healthy. Then his son came closer and, as he walked, he was transformed into the Bodhisattva Green Tara. He asked how his father and family were doing, and then he continued: “Father, I would like to ask something of you. Last year you painted some thangka necklaces, two of which are still lying on the altar. You will soon receive guests, a German girl and a Chinese girl. If it is at all possible, please give the Shakyamuni Buddha necklace to your German visitor and the Fortune God necklace to the Chinese girl.”
Caidan had completed ten miniature thangkas the previous year, an incredibly meticulous and time-consuming labor of love. He painted Buddha, bodhisattvas, and tutelary deities on tiny backgrounds from morning until night, using real gold and a brush made of neck hairs from his cat’s winter coat.
The father hurries to the family altar and gives us the two necklaces. Phoebe is in a state of shock and can’t stop crying. For some reason, I stay quite calm, unsurprised, as if I had been prepared for this moment. There are no more borders; nothing is impossible here. We sit with our new necklaces and eat hotpot in silence, occasionally casting looks of wonder at one another.